
Der kleine Junge hockt auf dem Boden.
Mit grossen Augen schaut er auf die Hand, die sich ihm entgegenstreckt.
Er hat Angst, denn er kennt es nicht.
Er kennt keine Hand, die sich ihm öffnend darbietet und sagt, greif zu, da ist Geborgenheit.
Er kennt nur Hände, die weh tun,
die Schmerzen bereiten.
Er ist erst fünf Jahre alt. Doch seine Seele ist zerstört.
Sie ist zerrissen. Er traut niemanden.
Lange schaut er auf die Hand vor ihm.
Sie ist geöffnet und ruhig.
Dann, ganz langsam, streckt er seine kleine Hand aus.
Ganz langsam. Ganz vorsichtig.
Dann legt er seine kleine Hand, in die Grosse.
Er tut das ängstlich. Dann durchfährt es ihn.
Er fängt an zu weinen. Das erste Mal im Leben spürt er,
das es Hände gibt, die nicht weh tun.
Dann lächelt er. Denn sein Herz lebt noch.
Nur seine Seele ist zerstört.
Er spürt das erste Mal, Wärme, Liebe.
Dabei ist sein Körper so zerschunden.
Wodurch? Durch Menschenhände.
Kranke Hände!
Seine Seele wird für immer verwundet bleiben.
Schaut nicht weg! Greift ein!
Reicht diesen Kindern eure Hand!
Eine Hand, aus Liebe und Geborgenheit!
Hier entsteht in Zusammenarbeit mit Institutionen,
privaten Webseiten, Betroffenen, dem Team und mit unseren Hörern,
eine Seite zum Tabuthema Kinder und Missbrauch.
Ab 01.12.2011. soll diese dann an den Start gehen.
Ihr erhaltet dann hier wichtige Telefonnummen, Infos.
Banner zeigen Euch dann den Weg zu besonderen Seiten, und Hilfe.
Solltet Ihr Vorschläge, Anregungen haben oder selbst betroffen,
oder Zeuge sein, dann könnt Ihr hier den Mailbutton anklicken und
uns alles mitteilen.
Eure Zuschriften werden selbstverständlich bei Wunsch vertraulich behandelt !!!
Wir werden es dann in diese Seite integrieren.
WARUM PAPI
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Verängstigt,
voller Scham und Angst sitz ich in der Ecke, mache mich ganz klein,
mich darf doch keiner sehen. Drücke die Hand von meinem
Zwillingsbruder ganz doll, zu doll, es tut ihm sicher weh. Doch er
sagt nichts, lässt mich nicht los, lässt mich nicht allein. Er will
mich beschützen, doch kann er es nicht, ist doch noch viel zu klein,
grad erst vier, und doch schon so ernst, so schweigsam, so traurig. Er
kann nix machen, genauso wenig wie ich. Ich muss weinen, er sieht mich
an, "Nicht weinen!" sagt er und doch laufen ihm selbst die
Tränen übers Gesicht. Kann nix machen, hilflos, machtlos, zu klein!
Die Tür geht auf, er ist da, Papi ist zu Hause. Hab Angst! Drücke
die Hand fester zu, darf das nicht zu doll, es tut ihm doch weh, lasse
etwas locker. Bitte nicht, bitte, bitte nicht, geht es mir immer
wieder durch den Kopf. Doch es ist sinnlos, es wird passieren, wieder
passieren, so wie jeden Tag, Er ist da. Gleich kommt er! BITTE
NICHT!!! Doch er kommt. "Hier seit ihr ja!" er lächelt, ich
hab Angst! "Komm mein Engelchen, komm zu Papi!" Hab solche
Angst! Er hebt mich hoch, hebt mich einfach hoch, will das doch nicht.
Lasse meinen Bruder nicht los, klammere mich an ihm fest. Bitte nicht
loslassen, lass mich nicht allein. Er kann sie lesen, meine Gedanken,
ich weiß es genau. und er lässt nicht los, seine kleine Hand
umklammert meine ganz fest. Nicht loslassen! Doch Papa ist stärker er
zerschlägt unsere Hände, ich will sie wieder greifen, lass mich
nicht allein, bitte! Ich weine, schreie, will nicht! Er weint auch,
guckt mir nach, uns nach, Papa und mir. Er zittert, er weint, er
schreit meinen Namen. Schreit Papa an! Was sagt er? Ich verstehe es
nicht, ich höre seine Worte nicht, er bewegt doch seine Lippen, warum
höre ich seine Worte nicht??? Was sagt er, will wissen was er sagt!
Sehe ihn nicht mehr, die Tür geht zu, hinter, mir, hinter uns. Bin ja
auf Papas Arm. Wir gehen ins Schlafzimmer, will nicht! BITTE! Hab
Angst, er lächelt. Freut sich, es macht ihm Spaß. "Nicht
weinen, Engel" sagt er "Bin doch jetzt bei dir, bin doch
lieb zu dir, sei du doch auch lieb zu mir!" Kann nichts machen,
kann mich nicht wehren. Er streichelt mich, will das nicht, nicht an
diesen Stellen, warum streichelt er mich da? "Nein!" flüstere
ich immer wieder. Kann nix machen, bin doch so klein, zu klein. Muss
lieb sein, sein Engel sein, hab ihn doch lieb, ist doch mein Papi! Er
küsst mich, überall, will das nicht, nicht an diesen Stellen. Weine,
sie tun weh, die Tränen, sie brennen wie Feuer. Warum da? Warum an
diesen Stellen? Muss ihn auch küssen, warum? Will das nicht! Muss ihn
küssen, überall! "Komm, sei mein Engelchen, sei lieb zu
Papi!" Will lieb sein, will sein Engel sein, hab ihn doch lieb,
er hat mich doch auch lieb, oder!?! Ja, ist doch mein Papi. Jetzt legt
er sich auf mich, er ist schwer, so schwer. Er wiegt so viel, kriege
keine Luft. Gleich passiert es wieder, gleich tut es weh, nein, will
das nicht. Es tut so weh. Es macht ihm Spaß, er mag es, es gefällt
ihm. Er küsst mich, immer wieder. Auf und ab, wie bei
"Hoppe-Hoppe Reiter". Ich mochte dieses Spiel, früher, als
er das noch nicht machte, ja da mochte ich es, jetzt nicht mehr, jetzt
hasse ich dieses Spiel, mag es nicht mehr spielen auch nicht im
Kindergarten. Er macht komische Geräusche, es tut so weh. Es wird
immer doller, immer schneller. Bald ist es vorbei. Wo ist Danny? Will
zu meinem Bruder. "DANNY!" schreie ich in Gedanken, er hört
es, ich weiß es genau, kann seine Gedanken lesen. Was ist nur los?
Sehe mich, nein uns Papi und mich, von oben. Es sieht komisch aus. Es
passt nicht zusammen. Er ist viel zu groß, ich bin zu klein, es passt
nicht zusammen. Er macht komische Bewegungen. Seine Augen, er sieht glücklich
aus. Will tot sein, so wie Putzi unser Wellensittich, der schläft
jetzt auch, für immer. Will auch schlafen, für immer, nie wieder
aufwachen, tot sein. Aber er ist glücklich, er ist froh. Papa macht
es Spaß, muss lieb sein! Und dann, dann stöhnt er ganz laut. Es ist
vorbei. Es tut so weh! Er gibt mir noch einen Kuss "Warst ein
lieber Engel, der liebste Engel den es gibt!" flüstert er mir
zu. Es tut so weh. Es blutet, ich blute! Warum? Was ist passiert?
Verstehe es nicht! Warum??? Ich mag es nicht, will das doch nicht. Hab
ihn doch lieb, ist doch mein Papi! "Es ist normal." hat er
gesagt, immer wieder, es ist normal. Glaube ihn, er ist ja groß, ist
erwachsen. Erwachsene haben immer Recht, bin doch nur ein Kind. Hab
Miriam im Kindergarten gefragt, sie hat gesagt, ihr Papa macht es auch
mit ihr. Aber es tut so weh, es blutet. Frage mich immer wieder,
warum? Wo ist Mama, warum macht sie nichts dagegen? Sie weiß es doch!
Sie hat uns doch gesehen, als er, als wir! Beim letzten mal. Sie hat
nichts gemacht, nur geguckt. Nichts gesagt, stand nur in der Tür. Er
hat sie angeschrieen, warum schreit mein Papa meine Mama an? Dann ist
sie gegangen, hat nichts gesagt, nie. Kein Wort, nur, das ich nichts
sagen darf, Niemandem, niemals! "Es ist normal." hat sie
gesagt. Muss das glauben, will ja lieb sein, ein Engel sein! Laufe zu
Danny, er hält mich fest! "Hast du Aua?" fragen seine
Gedanken, ich muss weinen! Er hat auch Aua! Er spürt das Selbe wie
ich, jedes mal. Spürt immer wenn ich Aua habe, genauso doll wie ich.
Er nimmt mich in seine Arme, seine kleinen Arme, sind doch noch so
klein, so schlafen wir ein, Arm in Arm in der Ecke, ganz allein, wo
ist Mami? Frage mich immer und immer wieder "Papi, warum? hab
dich doch so lieb, will doch dein Engel sein, Papi warum? WARUM?"
Will tot sein, wie Putzi, für immer schlafen, wie Putzi, tot sein.... |